So werden Sie Pflegestelle...

Die Vergabe von Hunden/Katzen an Pflegestellen durch ANIMAL HOPE besteht aus nachfolgend aufgeführten „Stufen“, die wir Ihnen in der Folge detailliert erläutern werden. In der Kürze sind dies:

  • · Bewerbung per E-Mail oder Telefon
  • · Vorkontrolle
  • · Vorbereitung der Übergabe (bei Tieren aus dem Ausland Transportvorbereitung und Transport)
  • · Übergabe/Einzug
  • · Betreuung bis zur Vermittlung

Die Bewerbung/Kontaktaufnahme erfolgt im Regelfall durch Sie - den Interessenten – per E-Mail oder Telefon. Wenn Sie sich per E-Mail melden, werden wir ebenfalls per E-Mail einen ersten Kontakt herstellen. Sie können uns bereits im Vorweg folgende Punkte mitteilen, die wir Sie ansonsten spätestens bei einem persönlichen Telefonat erfragen werden:

  • · Welche Tierart möchten Sie in Pflege nehmen?
  • · Haben Sie bereits Erfahrung mit dieser Tierart?
  • · Welches Geschlecht soll das Tier bevorzugt haben?
  • · Einschränkungen (z. B. Rasse, Größe, Fellbeschaffenheit etc.)
  • · Leben Kinder im Haushalt? Wenn ja, wieviele und in welchem Alter?
  • · Leben weitere Tiere im Haushalt? wenn ja, welche?
  • · Sonstige Wünsche (wenn Sie zum Beispiel an einem bestimmten Tier interessiert sind)

Mit dieser Bewerbung sind noch keinerlei Verpflichtungen für Sie vorhanden!

Wenn dies geschehen ist, erfolgt die so genannte Vorkontrolle, welche durchgeführt wird, um zu sehen in welchem Umfeld unser Schützling in Zukunft leben wird; d. h. wir achten sicher nicht darauf, ob Sie uns zu Liebe Ihre Wohnung/Ihr Haus „generalüberholt“ und auf „Hochglanz“ gebracht haben *g*, sondern vielmehr darauf wie und wo Sie ihr zukünftiges vorübergehendes Familienmitglied unterbringen wollen, werden vielleicht auch anraten, den ein oder anderen Einrichtungsgegenstand (ein Erbstück Ihrer Tante, den teuren Perser im Wohnzimmer oder die teure Schildkröte-Puppe etc.) für eine Weile in den Keller zu verbannen, falls Sie sich für einen Pflege-Welpen entschieden haben oder die ein oder andere Zimmerpflanze in einen Raum zu verbringen, welcher z. B. für die Grünpflanzen anknabbernde Katze nicht zugänglich ist, weil giftig. Wir werden des weiteren versuchen einen klitzekleinen Einblick in Ihr Familienleben zu bekommen, um so besser einschätzen zu können, welches Tier sich besonders für Ihre Familie eignet oder ob das von Ihnen ausgesuchte Tier sich in Zukunft bei Ihnen wohl fühlen kann und wird (es macht wenig Sinn einen lärm-phobischen Hund in eine Familie mit 4 lärmenden Kleinkindern zu geben, die einfach ihrer Natur entsprechend laut sein können und auch sollen – darum sind es ja Kinder *g*). Zur Vorkontrolle liegen uns in der Regel bereits weitere Informationen zu „Ihrem Pflege-Tier“ vor, welche wir Ihnen natürlich auch mitteilen. Zudem werden wir den Pflegevertrag, der immer Bestandteil einer Pflegschaft ist, mit Ihnen Punkt für Punkt durchsprechen und Ihnen Fragen hierzu oder zur Tierhaltung allgemein gerne beantworten. Bei Hunden aus dem Ausland werden wir auch auf die gängigen Mittelmeerkrankheiten eingehen und Fragen hierzu beantworten.

Wenn diese Vorkontrolle nun positiv verlaufen ist, steht dem Einzug Ihres Pfleglings nichts mehr im Weg und wir bereiten die Übergabe vor: Wenn es sich dabei um ein Tier aus Luxemburg handelt, werden wir mit Ihnen einen Übergabetermin vereinbaren, zu welchem Sie den Hund/die Katze abholen können oder zu welchem wir das Tier bei Ihnen vorbeibringen (dies hängt vielfach vom ihrem Wohnort ab).

Wenn es sich um ein Tier aus dem Ausland handelt, können Sie zu diesem Zeitpunkt nichts anderes tun, als sich in Geduld zu üben – eine wertvolle Eigenschaft eines jeden Tierhalters *g*. Sollte Ihr Pflegling positiv auf eine Mittelmeerkrankheit getestet worden sein, werden wir Ihnen dies mitteilen und auch darauf noch mal gezielt eingehen. Sie haben zu diesem Zeitpunkt jederzeit die Möglichkeit „NEIN" zu sagen!

Bitte tun Sie dies jedoch wirklich zu diesem Zeitpunkt, denn ansonsten werden wir unseren Schützling reisefertig machen und ihn per Flugpate oder Transporter nach Luxemburg holen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nicht jedes Tier „sofort, frei Haus liefern“ können. Das bedeutet für Sie natürlich immer Wartezeiten, aber wir tun unser Möglichstes, Hund oder Katze zeitnah nach Luxemburg zu bringen, allerdings ist es eine Schwierigkeit direkt einen Termin zu nennen. Unsere Tiere aus Spanien kommen einmal im Monat mit einem Transporter und werden an vorher abgesprochenen Treffpunkten übergeben.

Wir geben Ihnen trotz allem im Regelfall rechtzeitig Bescheid, wann eine Möglichkeit gefunden wurde, Ihr Pflegetier nach Luxemburg zu holen und vereinbaren mit Ihnen dann Übergabezeitpunkt und –ort!

Bei der Übergabe ist immer (egal ob der Hund bereits in Luxemburg ist oder aus dem Ausland einreist) ein Team-Mitglied von ANIMAL HOPE  anwesend. Falls Sie sich mit dem Sie betreuenden Team-Mitglied nicht bereits im Vorweg darauf geeinigt haben, den Pflegevertrag zu unterzeichnen, wird dies nun am Tag der Übergabe erledigt.

In den folgenden Tagen wird sich Ihr „Betreuer“ sicher telefonisch oder per E-Mail bei Ihnen melden, um nachzufragen wie es Ihnen mit Ihrem Pflegling geht, ob es Probleme und wenn ja, in welcher Ausprägung gibt. Bitte haben Sie keine Scheu davor, bei vorhandenen Problemen, diese auch zu nennen und darzustellen – wir sind bemüht Ihnen bei der Lösung so gut als möglich zu helfen. Sollte es zu gravierenden Schwierigkeiten kommen und das Pflegetier nicht bei Ihnen bleiben können, werden wir versuchen, es in einer anderen Pflegestelle unterzubringen - hierfür benötigen wir allerdings einige Tage Zeit! Bitte machen Sie sich bereits vor der Übernahme eines Pfleglings klar, dass wir unsere Tiere nicht in einem Tierheim unterbringen wollen ( und auch nicht können) und Sie auch bei auftretenden Problemen einige Tage Karenzzeit einrechnen müssen, bis wir eine neue Bleibe gefunden haben - seien Sie sich aber versichert, dass uns daran gelegen ist, dies zeitnah und schnell zu gewährleisten.

Die Betreuung sieht im Wesentlichen so aus, dass wir Ihnen jederzeit für Nachfragen, bei Problemen etc. zur Verfügung stehen und auch Kontakt mit Ihnen halten, um die Entwicklung Ihres Pfleglings zu verfolgen und Ihnen auch rechtzeitig Bescheid zu geben, wenn wir Interessenten für das Pflegetier gefunden haben.

Zu guter Letzt möchten wir noch einen - für uns - sehr, sehr wichtigen Aspekt herausstellen: Pflegestellen sind eine Sprungbrett für eine gesicherte Zukunft unserer Hunde und Katzen, besser gesagt GERADE für unsere Tiere, da diese nicht zu der großen Masse zählen, die aufgrund ihres Aussehens und ihrer Jugend noch alle Türen öffnen. Aus diesem Grund möchten wir Sie bitten, sich den Schritt eine Pflegestelle anzubieten gut zu überlegen: Eine Pflegestelle ist ein ZUHAUSE AUF ZEIT und unser Interesse liegt vor allem darin, dass der Pflegling dieses bis zu seiner endgültigen Vermittlung nicht mehr verlassen muss. Wir können nie im Vorweg sagen, wie lange das Tier bei Ihnen sein wird - manchmal sind es nur Tage, manchmal Wochen und in Ausnahmefällen auch einmal Monate oder Jahre - dies sollten Ihnen bewusst sein - im Interesse Ihres Pfleglings!

Hier mal ein Brief von Tina Hamp ( www.tierhilfe-verbindet.de ) über Erfahrungen mit Pflegestellen. Bitte nehmen sie sich dies zu Herzen ehe sie sich vielleicht übereilig dafür entscheiden Pflegestelle zu werden. danke

 

Claudios Botschaft


3. Dezember 2007

Ein Brief von Tina Hamp (Tierhilfe Verbindet). Ich denke, es lohnt sich, ihn hier offen zu machen:

"Ich lernte Kater Claudio vor einigen Wochen kennen. Eigentlich sah ich zuerst nur sein Foto, das ihn in einer spanischen Perrera zeigte. Wir schrieben nach Spanien und ließen ihn und die anderen fünf Katzen auf den weiteren Fotos heraus holen, so dass sie nach Deutschland fliegen konnten. Als ich Claudio das erste Mal sah, schloss ich ihn fest in mein Herz. Kennen Sie das? Manchmal sieht man jemanden und weiß gleich, 'Hey, genau für jemanden wie Dich ist ganz viel Platz in meinem Herzen!' Er war der Typ, der jeden begrüßte mit einem Blick, der sagte: 'Hey, Du siehst nett aus, Du bist sicher mein Freund!' Ich sah aber auch, dass Claudio nicht gesund war, nach vielen Jahren Tierschutz erkennt man schnell, was sich für viele andere noch verbirgt. Wir ließen umgehend ein großes Blutbild machen, um Gewissheit zu bekommen. Leider hatte ich recht, ich hatte so sehr gehofft, mich zu irren... Ich erfuhr es, als ich gerade unterwegs war und unsere Tierärztin mich am Handy anrief. Ihre Stimme verhieß nichts Gutes und sie bestätigte meine Befürchtungen, dass Claudio FIP-positiv war. Da er bereits sehr dünn war und immer wieder hohes Fieber hatte, war die Frage, ob man sogleich einschläfern sollte. Aber ich konnte nicht, ich habe in diesem Jahr schon zu viele Tiere sterben sehen. Wir beschlossen, Claudio behandeln zu lassen, ich in dem eisernen Willen, um ihn zu kämpfen, meine Tierärztin in der Gewissheit, dass ich dies brauchte, obwohl wir beide wussten, dass es nur eine Frage der Zeit war. Aber Claudio schnurrte sehr viel, er schmuste und spielte, auch wenn er schnell müde wurde. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte er noch so viel Lebenswillen, dass ich seinen Willen einfach nicht in Frage stellen wollte und konnte.

Zwei Minuten nach diesem Telefonat rief eine der THV-Pflegestellenbetreuerinnen an und sagte, dass in einer unserer neuen Pflegestellen die beiden Pflegekatzen so schnell als möglich ausziehen müssten, denn beim Tierarztcheck waren ein paar Flöhe gefunden worden. Sicher, das ist nicht angenehm, aber alle unsere Pflegestellen werden vor der Aufnahme von Pfleglingen mündlich und schriftlich informiert, was auf einen zukommen kann - und in seltenen Fällen eben auch mal ein paar Flöhe. Die Katzen waren bei unserer Tierärztin dagegen sofort behandelt worden und somit inzwischen unschädlich gemacht. Aber sie mussten trotzdem weg, denn so hatte man sich das ja nicht vorgestellt. Während mir die Pflegestellenbetreuerin dies aufgeregt und entrüstet erzählt, hämmert es in meinem Kopf. WAS hatte man sich denn WIE vorgestellt? Die Leute hatten sich bei uns gemeldet, alle Informationen in persönlichen Gesprächen schriftlich und mündlich erhalten. Wir haben alles, was im schlimmsten Fall auf einen zukommen kann, angesprochen und es waren erwachsene Menschen, die sich dafür entschieden hatten. DAFÜR bedeutet in diesem Fall, sich im Tierschutz zu engagieren, Tiere aufzunehmen, die in Not sind, die oftmals durch die Hölle gehen mussten, Vielen ist weder Hunger, Durst, Kälte, Dreck oder Schläge fremd. Sie kommen in unsere Pflegestellen, damit wir sie oftmals mit diesem Schritt vor einem schlimmen Schicksal retten. Und besonders die Menschen, die sich im Tierschutz engagieren möchten, sollten sich über diese Aufgabe und Verantwortung bewusst sein. Es ist keine romantische Aufgabe und man bekommt auch keine Preise dafür. Tiere, weil ein inzwischen behandelter Flohbefall festgestellt wurde - was übrigens bei unseren eigenen Tieren jederzeit passieren kann, wenn sie keinen entsprechenden Schutz haben - wieder abzuschieben, ist ein Irrsinn.

Heute ist der 26. November und Claudio lebte vier Wochen bei mir. Er brauchte täglich Spritzen, eine immer laufende Wärmeplatte, mehrmals täglich Fieber messen und viel Zuwendung und Liebe. Ich hätte für diesen kleinen Zwerg alles getan, hätte ich damit sein Leben retten können. Ich habe dies alles für Claudio aufgeschrieben, denn sein Schicksal soll nicht umsonst gewesen sein. Claudio zeigte uns, dass wir manchmal für ein Tier kämpfen und nur für ein paar Wochen zu gewinnen scheinen. Für uns ein paar Wochen, für ein Tier hat es vielleicht das erste Mal im Leben einen Ort gegeben, wo es Liebe, Respekt und Würde erfahren hat. Sicher, man wünscht sich immer das Happy End, dass man ein tolles Zuhause findet und das Tier lange in seiner geliebten Familie lebt. Aber das gelingt nicht immer, manchmal ist die Zeit gegen uns...

Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, sich als Pflegestelle im Tierschutz engagieren zu wollen, überlegen Sie bitte gut. Ich möchte über niemanden richten, aber man sollte in der Lage sein, für ein Tier wirklich da zu sein, komme was wolle und sich ansonsten lieber dagegen entscheiden. Denn die Tiere brauchen endlich Respekt und die Begleitung verantwortungsbewusster Menschen, nicht das Gefühl, wieder nicht willkommen zu sein. Ich möchte Claudios Schicksal als Botschaft und als Erinnerung schicken, dass wir Menschen beim Treffen unserer Entscheidungen eine Verantwortung eingehen und die uns anvertrauten Schützlinge es so sehr brauchen, dass wir uns dessen bewusst sind und dies auch ausüben, egal welchen Weg wir mit einem Tier zu gehen haben.

Mach's gut, Claudio. In unseren Herzen wirst Du immer weiter leben, ich hätte alles für Dich getan, hätte es eine Chance gegeben, dass Du bleiben kannst.

Tina Hamp"


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