Mittelmeerkrankheiten

In den Mittelmeerländern existieren auch einige Krankheiten, die vielen Menschen nicht bekannt sind, weil sie in unseren Gegenden nicht heimisch sind aber trotzdem vorkommen. Hier möchten wir Sie mit den Mittelmeerkrankheiten die es in Spanien gibt bekannt machen:

Leishmaniose

Sandmucke

Leishmaniose wird durch Sandmücken die im gesamten Mittelmeerraum, Frankreich, Süddeutschland, Schweiz, Osteuropa und evtl. Österreich vorkommen, übertragen.

Der Erreger ( Leishmanien, Einzeller ) befallen die weissen Blutkörperchen ( Fresszellen ) im Knochenmark und schädigen die Organe, besonders Leber,Milz und die Nieren. Unbehandelt kann Leishmaniose zum Tod des Tieres führen. Symptome für einen Leishmaniose positiven Hund sind: Abmagerung, allgemeine Schwäche, Durchfall und Erbrechen, häufig Haarausfall, Ekzeme.

Die infizierten Sandmücken können auch über die Menschen herfallen, jedoch sind die europäischen Formen von Leishmanien für Erwachsene relativ ungefährlich, ausser bei Immunkrankheiten wie AIDS.  Es gibt keine nachgewiesene direkte Übertragung von Leishmaniose von Tier zu Tier oder Tier zu Mensch ! Panikmache und Angst vor infizierten Hunden ist also völlig fehl am Platz !

Ganz wichtig ist dass alle Hunde aus dem Mittelmeerraum nach 3-6 Monaten nach ihrer Einreise nochmals auf die Mittelmeerkrankheiten getestet werden, denn es besteht immer eine Inkubationszeit von vielleicht mehreren Monaten oder sogar Jahren. Ein Hund der in Spanien negativ getestet wurde kann aber plötzlich in seiner neuen Heimat positiv sein. Bei einer Früherkennung von Leishmaniose kann mit genauer Diagnostik und nachfolgender,speziell abgestimmter Therapie dem Hund ein erträgliches Leben bieten.

Ehrlichiose

Ehrlichiose wird durch Zecken übertragen. Es gibt sie überall in Europa, aber besonders häufig im Süden und in östlichen Ländern. Der Erreger ( Ehrlichien ) sind eine Art von Bakterien. Sie befallen die weissen Blutkörperchen und schädigen das Immunsystem. Symptome für einen ehrlichiose positiven Hund können hohes Fieber, Schwäche, Gelenkbeschwerden, Überkeit, Erbrechen sein, jedoch hat diese Krankheit meist einen unauffälligen Verlauf und wird dadurch manchmal nicht erkannt. Absinken der Thrombozyten ist typisch ( Blutungsneigung ). Die Behandlung erfolgt durch eine Antibiotika-Therapie über mehrere Wochen. Eine unbehandelte Ehrlichiose kann infolge zunehmender, gegenfalls über Jahre andauernder,schleichender Blutungsneigung zum Tod des Tieres führen.

Babesiose

Zecke

Babesiose wird auch noch Piroplasmose oder Hunde-Malaria genannt. Auch sie wird durch Zecken übertragen. Die Erreger ( Babesien, Einzeller ) befallen die roten Blutkörperchen und zerstören sie. Hier sind die Symptome Übelkeit, Schwäche, hohes Fieber und dunkler Urin.

Babesien,Ehrlichien und Borrelien werden durch Zecken übertragen. Jedoch mit einer konsequenten Zeckenbehandlung ( wie z.b. Frontline ) über das ganze Jahr hinweg ( nicht nur in den Monaten wo Zeckenhochsaison ist ) kann man sein Tier vor diesen 3 Krankheiten schützen.

Die meisten Mittelmeerkrankheiten haben eine lange Inkubationszeit, d.h. dass zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit viel Zeit vergehen kann. Gerade im Fall der Leishmaniose mehrere Jahre ! Beraten Sie sich mit ihrem Tierarzt wie Sie ihr Tier bei einer Reise ins Ausland schützen können.

Filarien

Filarien können durch Sandmücken, Zecken oder Flöhe übertragen werden, sogar im Mutterleib auch auf die Welpen. Der Erreger ( Würmer ) befallen als winzige Mikrofilarien als erstes das Blut und später als Makrofilarien entweder Herz, Lunge und andere Organe oder das Bindegewebe und die Haut. Auch bei dieser Erkrankung müssen nicht immer Symptome vorhanden sein, und welche zu sehen sind können diese Husten, Gewichtsverlust, Schwäche, Atemnot, Hauterhebungen oder Ekzeme sein. Je nach Art der des Befalls kann die Krankheit durch eine Injektion eines Antiparasitikums behandelt werden. Bei starkem Befall mit Herwürmern wird oft eine zusätzliche chirurgische Entfernung der erwachsenen Würmer erforderlich.

Kompetente Ansprechspartner zu den Mittelmeerkrankheiten finden Sie auf diesen Internetseiten:

www.parasitus.com
www.leishmaniose.de

Im Diskussionsforum
www.leishmaniose-forum.parasitus.com tauschen sich Betroffene untereinander und mit Fachleuten aus, und Besitzer kranker Hunde finden hier sowie im Diskussionsforum von www.4pfoten-2beine.de wertvolle Hinweise über die Krankheiten, die notwendige Diagnostik und Behandlung.

Die Hunde aus dem Tierheim in Odena werden regelmässig einem Mittelmeerkrankheiten Check unterzogen. Sie verlassen das Tierheim in die neuen Familien nur geimpft, entwurmt, gechipt und mit dem Nachweis dieser Erkrankungen. Jedoch müssen die neuen Familien ihre Tiere in regelmässigen Abständen checken lassen wegen der langen Inkubationszeit!

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